Varianten
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Erweiterungen und Varianten

Beim Aufbau der WebSite dachte ich noch daran, hier alle denkbaren Möglichkeiten und Varianten von Leitern und Kanzeln zu präsentieren. Die Praxis hat mich jedoch davon überzeugt, mich auf nur zwei Grundtypen zu beschränken und dazu verschiedene Ausbau-Varianten zu entwickeln.

Meine Gründe für eine Beschränkung auf A-Typ und H-Typ:

  • Die Beschränkung auf die beiden recht ähnlichen Grundtypen macht die Materialbeschaffung schneller und günstiger.
  • Der Bau genormter Kanzeln erfolgt weitaus schneller als der Bau immer neuer Typen.
  • Gleiche Gewohnheiten und Maße dienen der Sicherheit bei der Hochsitzbenunutzung.

Kanzeln mit Innenaufstieg

Sowohl A- wie auch H-Kanzeln können an Stelle des traditionellen Außen- oder Podestaufstiegs mit einem Innenaufstieg konstruiert werden. Allerdings sind Kanzeln mit Innenaufstieg bei der Berufsgenossenschaft in Ungnade gefallen. Die Gründe kommen selten vor, sind aber einsichtig: Von Kanzeln mit Bodeneinstieg sind bewusstlose Personen nur schwer zu bergen, weil ihr Gewicht die Einstiegsluke blockiert. Zusätzlich seien schwere Unfälle vorgekommen, weil Jäger durch den ungewohnten Abstieg stürzten.

Ich persönliche halte Kanzeln mit Innenaufstieg allerdings für wesentlich sicherer als jede andere Kanzel.

  1. Der Aufstieg ist konkurrenzlos sicher.
  2. Die Leiter steht trocken unter der Kanzel
  3. Man hat rundherum Brüstung und Schießauflage.
  4. Die Kanzeln können klein und Material sparend gebaut werden.

Ich werde Ihnen zeigen, wie einfach und praktisch Kanzeln mit Innenaufstieg sind.

Die Podest- oder Balkon-Kanzel

Dies ist - auch wenn nicht alles so perfekt gebaut ist - eine Kanzel, auf der ich gerne ansitzen würde.
Ich habe sie in einem Revier jenseits unserer Kreisgrenze fotografiert und möchte Sie Ihnen auf Grund ihrer interessanten Bauweise vorstellen.

Zwar ist die Fichtendickung, in die sie hineingebaut ist, inzwischen über sie hinaus gewachsen, doch konnten die von dieser Kanzel jagenden Jäger durch Entastung so viel Ausblick schaffen, dass die Kanzel auch weiterhin jagdlich interessant ist. Was mich persönlich reizt, ist die Möglichkeit, an schönen warmen und kalten Tagen auf dem überdachten Podest anzusitzen und bei schlechtem Wetter die geschlossene Kanzel aufsuchen zu können.

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Auffällig an der Leiter ist der eingezogene Mittelholm. Der kann seinen guten Grund haben. der Mittelholm mindert die Bruchgefahr der Sprossen und ist gleichzeitig eine hervorragende Sicherung gegen seitliches wegrutschen auf glatten überbreiten Leitersprossen. Gut gemacht !

Überbreite Leitern und Sprossen - Gut gemeint kann schlecht gemacht sein !

Immer wieder treffe ich auf Leiterkonstruktionen mit überbreiten Sprossen. Bei Trockenheit und im Neuzustand mag eine solche Konstruktion noch tragbar sein. Bei Nässe, Schnee und Eis und wenn die Sprossen vermoosen, werden breite Sprossen extem gefährlich. Wer da keine absolut rutschfesten Schuhe hat, rutscht seitlich weg und kann im extremfall von der Leiter stürzen. Ich habe im Revier von Freunden schone einige Leitern durch eingezogene Mittelholme nachträglich sicherer gemacht. In meinem neuen revier stehen auch mehrere Kanzeln mit viel zu breiten Ansitzleitern. Es wird meine erste Aufgabe sein, diese durch mittelhole zu entschärfen. Überbreite Sprossen haben einen weiteren Nachteil. Sie verlangen längere und vor allem dickere Sprossen. Die Sprossen vieler Leitern sind dann zwangsläufig so dick, dass man sie mit der Hand nur noch zur Hälfte umfassen kann. Wer hier mit den Füßen abrutscht, kann sich auch mit der Hand nicht mehr halten. Sprossen müssen im Umfang so gewählt werden, dass man 2/3 ihres Umfanges auch umfassen kann. Das sichert einen ausreichend festen Griff.

Drei-Bock

Anfänglich war ich recht begeistert von dreibeinigen Ansitzböcken und Leitern. Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass vielbeinige Ansitzböcke und Kanzelgerüste einfacher zu bauen sind und zusätzlich stabiler stehen. Deshalb baue ich keine 3-Beine mehr. Mehr dazu in diesem Sommer.

Als interessante Alternative werden hin und wieder Hochstände und Hochsitze mit drei Stützen präsentiert.
Ich habe inzwischen eine Reihe dreibeiniger Kleinkanzeln gebaut. Es zeigt sich aber, dass man das eingesparte 4. Standbein, durch einen unverhältmismäßig hohen Aufwand an stärkerem Material und Stützmaterial wieder ausgleichen muss. Fazit: Dreieckskanzeln jedweder Bauhöhe bringen mehr Nachteile als Vorteile.

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Dieser abgebildete dreiständrige Ansitz ist ideal für den Ansitz im offenen Bestand. Die niedrige Sitzhöhe prädestiniert ihn für den Ansitz bei Bewegungsjagden. Er gibt Übersicht, angenehmen Sitzkomfort und sichere Möglichkeiten auf kurze und auch weitere Distanzen zu schießen.

Nachteil:
Um einen ausreichend großen Sitzkorb zu erreichen, ergeben sich aber relativ große Spannweiten, die nur mit stabilem Material überbrückt  werden können. 

Ich habe das Prinzip auf mehrere Feld-Schadens-Sitze übertragen. Dabei zeigt sich, dass nicht alles praktisch ist, was auf den ersten Blick gut scheint. Wir befassen uns im Frühsommer mit den Vor- und Nachteilen der Dreiecks-Sitze.

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Ich habe inzwischen mehrere 3-Beine gebaut, die als Drückjagd- und Wildschadenssitze eingesetzt sind. War ich anfänglich noch von der Konstruktion begeistert, werde nach dem Bau von fast 10 Dreibeinen aber immer mehr zum Fan der einfacher zu bauenden 4-beinigen H-Kanzel.Dennoch werde ich mich demnächst detailliert mit dem Bau von 3-Bein-Sitzen befassen und dann aber auch deren fehlende Vorteile bei vielen spezifischen Nachteilen ausführlich darstellen.

3-Bein-Feldkanzel

Weil die Feldflächen relativ flach sind, haben wir uns für den Bau von Dreibein-Kanzeln mit einer Bodenhöhe von 2 Metern entschieden. Mit einer Brüstungshöhe von 3 Metern sind diese kleinen Kanzeln noch problemlos auf einem PKW-Anhänger zu transportieren. Sie sind so konstruiert, dass sie in kürzester Zeit an allen Brennpunkten des Reviers eingesetzt werden können. Wir können sie als schnellen Ansitz für die Bockjagd ebenso nutzen wie für die winterlichen Ansitz-Drückjagden..

Zuerst schneiden wir die notwendigen Stangen. Um Gewicht zu sparen, nutzen wir möglichst nur trockene Fichtenstangen mit einem Durchmesser von etwa 10-12 Zentimetern. Für einen Dreibock brauchen wir 4 Standstangen a 3 Meter, 9 Querhölzer a 1,50 m, 2 Sitzauflagen a 1,50 m  und 3 Streben a 2 Meter. Summa brauchen wir damit rund 40 m Stangenholz.

Bauanleitung:
( Die Bilder stimmen noch nicht exakt mit der Bauanleitung überein. Das liegt daran, dass ich beim Bau der ersten drei Dreibeine noch experimentiert habe. Nächste Woche baue ich weitere 3 Dreibeine.
Dann wird jeder Handgriff und jedes Phasenbild sitzen. )

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Zuerst schneiden wir 4 Standstangen auf (in unserem Fall) 3 m zu. Jede andere Standhöhe ist möglich. Mit einem Motorsägen-Strich markieren wir die Nagelstellen für die Traghölzer. Von oben bei 290,190,40 cm Aus 2 Standstangen, 3 Traghölzern und einer Querstrebe im unteren Feld fügen wir den Basis-Rahmen.
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Wir drehen den Basisrahmen um und nageln beidseitig je 3 Traghölzer auf. Danach kippen wir die noch wacklige Konstruktion zur Seite, um die 3 Standstange einfügen zu können. Beim Einnageln der 3. Standstange achten wir so gute es geht auf eine möglichst winklige Ausrichtung.
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Eine weitere Diagonalstrebe im zweiten Felder stabilisiert den Bock. Im nächsten Schritt fügen wir die 4. Standstange in das unten liegende Feld ein. Für den schnellen Aufstieg fügen wir 2-3 Sprossen ein. Später folgt auch eine einfache anlegbare Leiter.
Stabil und mobil:
Bis auf die Tritt- und Sitzbretter ist unser Dreibock fertig. Um ihn leichter transportieren und aufrichten zu können, empfehle ich, die Sitz- und Trittbretter separat zu fertigen. Der Dreibock ist in sich so stabil, dass er problemlos transportiert werden kann und vielfach genutzt werden kann..
DSC00432.JPG (622563 Byte) Der 2-Stunden-Sitz
Für einen kräftigen Mann ist es kein Problem, den Dreibock alleine zu transportieren und aufzurichten. Bei der Herstellung des Dreibeins habe ich einmal auf die Uhr gesehen: Für das Schneiden zu Zuschneiden der Stangen habe ich 1 Stunde gebraucht, für die Konstruktion 1 weitere Stunde.

Zuerst legen wir die 3 Standstangen aus und markieren die Nagelstellen für die Auflagehölzer mit einem kleinen Strich der Motorsäge. Markieren Sie die Stangen bei 290 cm, bei 190 cm und bei 40 cm. von der Brüstungshöhe aus gesehen. Im nächsten Schritt legen wir zwei Standstangen ca 150 cm auseinander und nageln die ersten 3 Traghölzer entsprechend der Markierung auf. Dann richten wir die Konstruktion rechtwinklig aus und stabilisieren das untere Rechteck mit einer Strebe.  Die so gebildeten Dreiecke stabilisieren die Konstruktion verlässlich.

Danach drehen wir den Rechteckrahmen um und nageln beidseitig wie abgebildet die restlichen Traghölzer frei mit 145mm-Stiften auf. Nun kippen wir die Konstruktion auf die Seite und nageln den 3. Tragholm passend ein. Dazu müssen wir nicht mehr messen. In die Mitte des unteren Feldes nageln wir nun die 4. Standstrebe ein. Sie dient zum einen als Sprossenauflage, zum anderen als Stütze für den Einstieg. 45 cm oberhalb der Bodenstreben nageln wir noch die beiden Sitzauflagen an. Dabei lassen wir die Einstiegsseite frei. Mit zwei weiteren Diagonalstreben versteifen wir die Konstruktion, achten aber vor darauf, alle Hölzer winklig auszurichten.Bis auf die Tritt- und Sitzbretter ist unser Dreibock nun fertig. 

Die Baum-Kanzel

Eine typische Baumkanzel: 2 Stützen und der Stamm tragen die ganze Kanzel. Diese Kanzel ist ein guter Beweis für die Langlebigkeit solcher Konstruktionen. Die Kanzel versieht mit kleinen Nachbesserungen schon über 30 Jahre treue Dienste in einem Nachbarrevier. Die Nachbesserungen waren vor allem deshalb notwendig, weil der wachsende Stamm die Kanzel langsam in eine Schieflage brachte. 

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Forstleute und Sägewerker sehen es nicht gern, wenn Nägel in Bäume eingechlagen werden. Bei Randbäumen, die in aller Regel zu Brennholz oder Holzschnitzeln verarbeitet werden, darf auch ruhig mal ein Nagel eingeschlagen werden.  Auch wenn der Stamm dadurch ein  wenig verletzt wird. Für den Stamm ist die Baumkanzel stets die beste Lebensversicherung. Ohne Kanzel wäre dieser Baum sich schon längst im Sägewerk gelandet.